Unübersetzbar

von Selina Vale

Das Wort steht seit Minuten auf meinem Bildschirm. Ich habe es markiert, wieder gelöscht, neu eingesetzt. Es bewegt sich nicht. Im Original ist es eindeutig. In der Übersetzung wird es gefährlich.

Ich schreibe, lösche, schreibe neu. Meine Finger kennen die Bewegung besser als mein Kopf. Draußen fährt eine Straßenbahn vorbei. Pünktlich. Ich beneide sie um ihre Richtung. Das Wort bedeutet Antwort. Oder Vergeltung. Oder einfach nur: danach.

Ich öffne das Wörterbuch. Es bietet mir Möglichkeiten an, keine Lösungen. Wörterbücher sind keine Zeugen, sie sind Komplizen.

Wenn ich mich für Vergeltung entscheide, wird jemand nicken. Wenn ich Antwort schreibe, wird jemand widersprechen. Wenn ich gar nichts davon nehme, wird etwas fehlen.

Ich denke an den Menschen, der diesen Satz geschrieben hat. Irgendwo. Unter Bedingungen, die ich nur benennen kann, nicht kennen. Ich denke daran, dass mein Wort später zitiert wird. Herausgelöst. Verkürzt. Verwendet. Pressefreiheit, denke ich, ist manchmal nichts weiter als ein Cursor, der blinkt. Er wartet. Auf mich.

Das Wort steht immer noch da. Es blinkt nicht mehr, ich habe den Cursor daneben gesetzt, als wollte ich ihm Raum geben. Raum ist wichtig, habe ich einmal gelernt. In der Sprache wie im Leben. Aber hier wird Raum sofort gefüllt. Mit Deutung, mit Haltung, mit Erwartung. Ich lehne mich zurück, höre das leise Summen des Kühlschranks, ein Geräusch aus einer Welt, in der Dinge funktionieren, auch wenn man sie ignoriert. Auf dem Bildschirm ein Satz aus einem Bericht, geschrieben unter Bedingungen, die ich mir nur zusammensetzen kann wie ein Puzzle mit fehlenden Teilen. Ich kenne den Ort nicht, ich kenne die Nacht nicht, in der dieser Satz entstanden ist, ich kenne nur seine Oberfläche. Und doch wird er durch mich gehen, wird durch meine Hände hindurch in eine andere Sprache treten, und was dort ankommt, wird gelten.

Ich lese den Absatz noch einmal. Dann noch einmal. Das Wort hängt darin wie ein Fremdkörper, etwas, das im Original selbstverständlich ist und hier zu schwer. In der Ausgangssprache trägt es Geschichte, Drohung, Rechtfertigung und Müdigkeit zugleich. Im Deutschen muss ich mich entscheiden. Ich kann es scharf machen oder stumpf. Aktiv oder passiv. Ich kann Gewalt benennen oder sie grammatisch verstecken. Ich weiß, wie das geht. Ich habe es gelernt. Ich weiß auch, wie oft ich es schon getan habe.

Meine Finger tippen eine Variante. Ich lese sie laut, leise genug, dass nur ich sie höre. Sie klingt korrekt. Zu korrekt. Ich lösche sie. Tippe eine andere. Diese klingt entschlossener, klarer, aber auch gefährlicher. Ich sehe schon die Überschrift, die jemand daraus machen könnte. Ich sehe Kommentare, Verkürzungen, Ausrufezeichen. Ich lösche wieder. Der Text wehrt sich nicht. Er wartet. Geduldig, wie etwas, das weiß, dass es am Ende doch geformt wird.

Ich denke an die erste Zeit, als ich angefangen habe. Damals war Übersetzen für mich ein technischer Vorgang gewesen. Präzision, Genauigkeit, Treue. Ich glaubte, Neutralität sei möglich, wenn man nur sorgfältig genug arbeite. Inzwischen weiß ich, dass Neutralität ein Stilmittel ist. Man entscheidet sich dafür wie für alles andere. Und jede Entscheidung hinterlässt Spuren.

Der Kaffee ist kalt geworden. Ich trinke ihn trotzdem. Bitterkeit gehört inzwischen dazu. Ich scrolle nach oben, lese den Text als Ganzes. Er ist sachlich, fast trocken. Zahlen, Orte, Zitate. Und dann dieses eine Wort, an dem sich alles verschiebt. Ich stelle mir vor, wie es gelesen wird. In einer Redaktion. In einem Zug. Auf einem Handy, während jemand wartet. Ich stelle mir vor, wie jemand nickt oder den Kopf schüttelt, je nachdem, welches Wort ich wähle. Diese Macht ist still. Sie macht kein Geräusch. Aber sie ist da.

Manchmal frage ich mich, ob die Autoren der Texte wissen, was mit ihren Sätzen passiert. Ob sie ahnen, wie sehr sie sich verändern, ohne dass ihr Kern angetastet scheint. Ich habe einmal versucht, einem von ihnen zu erklären, warum ein bestimmtes Wort im Deutschen nicht funktioniert. Er hat mir nicht geantwortet. Vielleicht hatte er keine Zeit. Vielleicht hielt er es für unwichtig. Vielleicht war ich für ihn nur eine Durchgangsstation.

Ich gehe in die Küche, sehe aus dem Fenster. Die Straße ist ruhig. Menschen gehen einkaufen, tragen Taschen, bleiben stehen, reden. Niemand hier weiß, dass ich gerade darüber entscheide, ob ein Ereignis als Angriff, als Reaktion oder als Vorfall bezeichnet wird. Wörter sind unauffällig, solange man nicht weiß, was sie tragen.

Zurück am Schreibtisch öffne ich ein Dokument mit alten Übersetzungen. Ich suche nach ähnlichen Stellen, nach früheren Entscheidungen. Ich finde Sätze, die ich damals für richtig gehalten habe. Manche halte ich immer noch aus. Andere nicht mehr. Sprache altert. Und mit ihr das Gewissen.

Ich schreibe dem Redakteur eine kurze Nachricht. Frage nach Kontext. Nach Intention. Er antwortet knapp. Zeitdruck. „Mach bitte eine saubere, neutrale Lösung.“ Neutral. Wieder dieses Wort. Ich schließe den Chat. Neutralität ist hier kein Zustand, sondern ein Wunsch.

Ich gehe den Satz noch einmal Wort für Wort durch. Ich denke nicht mehr nur an Bedeutungen, sondern an Bewegungen. Wie das Wort im Satz steht, wohin es zeigt, was es nach sich zieht. Ich entscheide mich für eine Variante, die weniger laut ist, aber nicht weich. Sie benennt, ohne zu erklären. Sie lässt Raum, aber keinen Ausweg. Ich tippe sie ein und lasse sie stehen. Mein Körper reagiert schneller als mein Kopf. Ein kurzes Ziehen im Magen. Das kenne ich. Es ist kein schlechtes Zeichen.

Ich lese den Absatz noch einmal. Jetzt fließt er. Nicht glatt, aber stimmig. Ich weiß, dass er funktionieren wird. Ich weiß auch, dass er angreifbar ist. Beides gehört zusammen.

Pressefreiheit, denke ich, ist kein Zustand, in dem man sich sicher fühlt. Sie ist ein Zustand, in dem man etwas verantworten muss.

Ich speichere das Dokument. Noch nicht abschicken. Ich lese den Text ein letztes Mal komplett. Kleine Anpassungen. Ein Komma. Ein Rhythmus. Dann klicke ich auf Senden. Kein Geräusch, kein Drama. Nur ein kurzer Moment, in dem alles stillsteht.

Der Bildschirm wird leer. Die Straße draußen ist immer noch ruhig. Ich stehe auf, strecke mich, spüre meinen Rücken. Mein Leben ist unversehrt. Meine Hände auch. Ich weiß, wie gut es mir geht. Und dass genau das Teil dieser Arbeit ist. Dass ich entscheiden darf, aus Sicherheit heraus. Dass andere das nicht können.

Später, vielleicht morgen, wird jemand diesen Text lesen und glauben, er habe ihn verstanden. Vielleicht wird er weiterverbreitet, zitiert, verkürzt. Vielleicht wird mein Wort bleiben. Vielleicht wird es ersetzt. Ich werde es nicht kontrollieren können.

Ich räume die Tasse weg, lösche das Licht am Schreibtisch. Der Cursor blinkt jetzt in einem neuen Dokument. Leer. Wartend. Ich weiß, dass ich wieder anfangen werde. Mit dem nächsten Text. Dem nächsten Wort. Der nächsten Entscheidung.

Der Text ist weg, aber er ist nicht verschwunden. Er sitzt noch in mir, wie ein Echo, das keinen Raum mehr braucht. Worte verhalten sich so: Man schickt sie los und sie kommen zurück, verändert, schwerer, mit Dingen beladen, die man ihnen nicht mitgegeben hat. Ich gehe durchs Zimmer, als könnte ich ihnen ausweichen. Ich bleibe stehen, als hätte mich jemand gerufen. Niemand hat.

Ich denke daran, wie oft Sprache als Werkzeug bezeichnet wird. Das ist eine Lüge, oder zumindest eine Verharmlosung. Werkzeuge legt man weg. Sprache legt sich an. Sie schmiegt sich an Gedanken, an Körper, an Bilder, bis man nicht mehr sagen kann, wo sie anfängt und wo etwas anderes aufhört. Das Wort, das ich gewählt habe, sitzt jetzt irgendwo zwischen Servern, Redaktionen, Köpfen. Es vermehrt sich. Es wird zitiert, paraphrasiert, verdreht. Es bekommt Kinder.

Ich sehe Schlagzeilen vor mir wie Schablonen. Leerstellen, die nur darauf warten, gefüllt zu werden. Mein Wort passt hinein. Zu gut vielleicht. Ich frage mich, ob ich es absichtlich so geformt habe, ob ein Teil von mir wollte, dass es anschlussfähig ist. Anschlussfähig ist ein anderes Wort für gefährlich. Es bedeutet: Es lässt sich benutzen.

Ich setze mich wieder. Öffne nichts. Starre auf den Tisch. Holzmaserung wie eine Landkarte. Linien, die irgendwohin führen, ohne Ziel, ohne Legende. So sehen Konflikte aus, wenn man nah genug rangeht. So sieht Wahrheit aus, wenn man sie nicht ordnet.

In meinem Kopf tauchen Sätze auf, die ich nicht geschrieben habe. Varianten, Möglichkeiten, Paralleltexte. In einem davon habe ich ein anderes Wort gewählt. In einem ist der Ton härter. In einem vorsichtiger. Ich sehe diese Versionen wie Schatten an der Wand. Alle existieren. Nur eine gilt.

Ich frage mich, wie viel Gewalt in einem Adjektiv steckt. Wie viel Entlastung in einem Passiv. Wie viel Blut man mit einem Nebensatz abwischen kann. Grammatik ist kein Regelwerk. Sie ist ein Versteck. Oder eine Bühne. Je nachdem, wo man steht.

Draußen fährt ein Krankenwagen vorbei. Das Geräusch schneidet durch die Straße, sauber, funktional. Hier bedeutet es Hilfe. Dort bedeutete es vielleicht Ziel. Ich halte diesen Gedanken fest, lasse ihn nicht ausweichen. Komfort ist eine Blase. Sprache ist ihre Wand. Dünn, aber stabil genug, um nicht hinzusehen, wenn man nicht muss.

Ich denke an die Menschen, über die ich übersetze. Nicht an Gesichter, eher an Silhouetten. An Stimmen, die ich nie hören werde. An Sätze, die unterbrochen wurden. Sie haben keine Wahl. Sie liefern Rohmaterial. Ich entscheide, wie glatt es wird.

Pressefreiheit wird oft als Raum gedacht. Weit, offen, hell. Ich sehe eher einen schmalen Gang. Man kann hindurchgehen, ja. Aber man stößt überall an. Und jeder Schritt hinterlässt Spuren. Manche sieht man. Andere nicht. Die schlimmsten nicht.

Mein Handy vibriert. Eine Nachricht. „Guter Text.“ Zwei Worte. Lob ohne Inhalt. Ich lege das Gerät weg, als hätte es mich verbrannt. Gut für wen. Gut wofür. Gut wie. Diese Fragen bleiben immer übrig. Sie sind der Rest, den man nicht übersetzen kann.

Ich merke, wie müde ich bin. Nicht körperlich. Sprachlich. Als hätte ich zu lange gesprochen, ohne den Mund zu öffnen. Ich denke an all die Texte, die noch kommen werden. An all die Entscheidungen, die sich als Kleinigkeiten tarnen. Ich weiß, dass ich sie treffen werde. Wieder und wieder. Weil Aufhören keine neutrale Option ist.

Ich schließe die Augen. Für einen Moment ist alles still. Keine Wörter. Keine Bedeutungen. Dann, fast sofort, schiebt sich ein Satz nach vorn. Ungefragt. Unfertig. Er will etwas von mir. Ich öffne die Augen. Greife zur Tastatur.

Der Cursor blinkt. Nicht wartend. Fordernd. Und ich weiß: Solange er blinkt, bin ich nicht unschuldig.

Der Cursor blinkt weiter, und ich beginne, ihm Eigenschaften zuzuschreiben. Ungeduld. Erwartung. Anspruch. Er ist kein Zeichen mehr, er ist ein Puls. Ein kleiner weißer Herzschlag in einem schwarzen Feld. Solange er da ist, gibt es Arbeit. Solange es Arbeit gibt, gibt es Verantwortung. Ich denke: Vielleicht ist das alles, was Pressefreiheit am Ende ist – ein fortlaufender Puls, den man nicht einfach abstellen kann, ohne etwas sterben zu lassen.

Ich schreibe nichts. Ich lasse den Cursor schlagen. Eins. Zwei. Eins. Zwei. Mein Atem passt sich an. Ich sitze still, aber in mir bewegt sich alles. Wörter drängen nach vorne wie Menschen an einem Ausgang, zu eng, zu viele, zu laut. Ich halte sie zurück. Noch. Nicht jedes Wort verdient es, geboren zu werden. Manche sind besser als Möglichkeit. Andere sind gefährlich, sobald sie Form annehmen.

Ich denke an frühere Texte, an Sätze, die ich übersetzt habe und die mir später wieder begegnet sind, in anderen Zusammenhängen, anderen Mündern. Wie sie sich verselbständigt haben, wie sie härter wurden, eindeutiger, brutaler. Sprache wird selten sanfter, wenn sie unterwegs ist. Sie verliert Gewicht an den falschen Stellen und gewinnt es dort, wo sie Schaden anrichtet.

Man sagt, Übersetzen sei Vermittlung. Ich halte das für eine Beschönigung. Es ist eher eine Transplantation. Man nimmt etwas Lebendiges, setzt es in einen neuen Körper und hofft, dass es nicht abgestoßen wird. Manchmal stirbt es leise. Manchmal beginnt es zu wuchern.

Ich stehe auf, gehe wieder zum Fenster. Die Nacht ist klar. Sterne sehe ich kaum, dafür Reflektionen in Glasscheiben, Lichtinseln, Straßenlaternen wie festgenagelte Monde. Deutschland bei Nacht. Still. Berechenbar. Ich weiß, dass diese Ruhe nicht verdient ist, sondern verteilt. Dass sie nichts über Moral aussagt, nur über Geografie und Geschichte. Und doch sitzt sie mir im Nacken wie eine Schuld, die man nicht begangen hat und trotzdem nicht loswird.

Ich denke an Freunde, die mich fragen, warum ich mir das antue. Warum ich nicht etwas anderes mache. Etwas Leichteres. Ich antworte dann meist ausweichend. Sage etwas von Bedeutung, von Notwendigkeit. Die Wahrheit ist unbequemer: Weil ich hier sitzen kann. Weil ich Abstand habe. Weil mir diese Arbeit möglich ist. Freiheit ist oft nichts anderes als die Summe der eigenen Möglichkeiten. Und jede Möglichkeit ist eine Zumutung.

Zurück am Schreibtisch öffne ich doch ein neues Dokument. Nicht, um zu schreiben, sondern um Platz zu schaffen. Weißer Raum. Unschuldig. Für einen Moment glaube ich, dass hier alles anders werden könnte. Dass ich diesmal vorsichtiger bin. Oder mutiger. Oder ehrlicher. Dann tippe ich ein Wort. Nur eins. Es steht allein da, verloren, wie ein Körper ohne Kontext. Ich sehe es mir an, prüfe es, drehe es in Gedanken. Es sieht harmlos aus. Wörter sind immer harmlos, bevor sie benutzt werden.

Ich denke an die Lesenden. An ihre Müdigkeit. An ihre Gewohnheit. An die Art, wie man Texte konsumiert, überfliegt, einordnet, weglegt. Ich weiß, dass meine Sorgfalt dort nicht ankommt. Dass niemand sehen wird, wie lange ich gezögert habe. Dass Verantwortung unsichtbar bleibt, wenn sie funktioniert. Man bemerkt sie nur, wenn sie fehlt.

Vielleicht ist das der grausamste Teil: dass gutes Übersetzen kein Ereignis ist. Kein Skandal. Kein Aufreger. Es hinterlässt keine Spur. Und doch hängt so viel daran. Ganze Weltbilder passen sich an kleine Verschiebungen an. Ein Adverb, das verrutscht. Ein Subjekt, das verschwindet. Ein Täter, der zur Umgebung wird.

Ich schreibe weiter. Langsam. Bedacht. Jeder Satz ein Abwägen, jeder Nebensatz eine Entscheidung gegen eine andere Möglichkeit. Ich spüre, wie sich Müdigkeit und Klarheit mischen. Ein gefährlicher Zustand. Man wird präzise, aber auch kalt. Ich muss aufpassen, denke ich. Nicht abstumpfen. Nicht automatisieren. Sprache verzeiht vieles, aber Gleichgültigkeit nicht.

Draußen ist es inzwischen stiller geworden. Weniger Autos. Weniger Schritte. Die Welt fährt herunter. Meine nicht. Meine läuft hoch. Ich merke, wie sich etwas in mir verhärtet, eine Schicht, die bleibt, auch wenn ich den Laptop zuklappe. Vielleicht ist das der Preis. Nicht Trauma, nicht Heldentum, sondern eine dauerhafte Verschiebung. Man sieht Dinge anders. Man hört anders. Man liest anders. Und man kann nicht mehr so tun, als wäre Sprache neutraler Boden.

Ich halte inne. Schaue auf den Text. Er ist noch nicht fertig. Wird er nie sein. Texte sind nie fertig, sie werden nur abgegeben. Ich speichere trotzdem. Nicht aus Zuversicht, sondern aus Disziplin. Ich weiß, dass morgen neue Sätze kommen werden. Neue Wörter, neue Risiken. Ich werde wieder entscheiden müssen. Und wieder.

Bevor ich das Licht ausmache, sehe ich noch einmal auf den Bildschirm. Der Cursor blinkt. Hartnäckig. Unermüdlich. Wie ein Zeigefinger, der nicht senkt.

Ich denke: Vielleicht ist das meine Form von Frontlinie. Kein Lärm, kein Rauch. Nur diese Stelle zwischen zwei Sprachen, an der etwas kippen kann. Und ich stehe genau dort.

Dann schließe ich den Laptop. Nicht, weil es vorbei ist. Sondern weil ich weiß, dass es weitergeht.